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10 Fragen zum Pohl Force Alpha Two
1. „Kann das Messer mit Einsatzhandschuhen bedient werden?“ Insbesondere im militärisch-polizeilichen Spezialeinsatz bzw. bei bestimmten Extremsportarten eine unverzichtbare Forderung. Kein taktisch operierender Spezialist oder Extremsportler riskiert Einschränkungen seiner Handlungsfähigkeit durch Verletzungen oder Verbrennungen an den nackten Händen. Viele spannend „gestylte“ Einsatzklappmesser bestehen bereits diesen Handschuhtest nicht. Der Griff des Alpha Two ist aus diesem Grunde ganz bewusst größer ausgeführt, um das Messer selbst mit stärkeren Einsatzhandschuhen sicher führen zu können. Um die Rutschsicherheit zu gewährleisten, wurde die gesamte glasfaserverstärkte Zytel®-Griffschale mit einer groben Reliefstruktur versehen. Als zusätzliche Sicherung für Stoffhandschuhe wurde die gesamte Oberfläche mit einer sandpapierartigen Mold-Tech® 11050 Struktur ausgearbeitet. Das Design des Griffs gestattet in Abhängigkeit von der Anwendungssituation vier verschiedene Griffhaltungen. Die stark ausgeprägte Zeigefingerrille verhindert ein Abgleiten auf die Klinge. Riffelungen im vorderen als auch hinteren Bereich des Griffrückens sorgen in Abhängigkeit von der Griffhaltung für einen festen Halt des Daumens. Ganz bewusst wurde eine grobe Struktur der Riffelung gewählt, um auch hier dem Anforderungsprofil des Handschuheinsatzes gerecht zu werden. Die leichtere Reinigung gegenüber feiner Riffelungen ist ein weiterer Aspekt. 2. „Deckt die Klinge ein möglichst weites Einsatzspektrum ab?“ Hier galt es eine Form zu finden, die nicht zu spezifisch ist. Extreme Tanto- oder Dolchklingen, deren Schwerpunkt im Bereich der reinen Waffennutzung liegen, schieden aus. Die optimale Lösung lag in einer Spear Point-Klinge mit leichtem Recurve-Bogen. Um das Alpha Two in Survival-Situationen auch für leichtere Hackarbeiten einsetzen zu können, wurde die Klingenlänge auf 11,3 cm festgelegt. Um die extremen Belastungen aufzufangen, denen die Klinge ausgesetzt ist, wurde eine Rückenstärke von 5 mm gewählt und der Klingenschliff konisch ausgeführt. 3. „Warum wurde 440 C und kein pulvermetallurgischer Stahl verwendet?“ Ganz einfach: 440 C Stahl hat sich schon seit mehr als drei Jahrzehnten in der Messerindustrie bewährt und besitzt einen guten Ruf in Bezug auf Schnitthaltigkeit, Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Das wirklich entscheidende Kriterium ist jedoch die Möglichkeit, die Klinge auch mit einfachen Schleifmitteln und unter Feldbedingungen wieder nachschärfen zu können. Und natürlich bleibt das Messer als privat ergänzter Ausrüstungsgegenstand für viele Soldaten und Polizisten bezahlbar gegenüber Messern mit pulvermetallurgischen Klingen. Zum Schutz vor Kratzern und Korrosion ist die Klinge mit einer zusätzlichen Titan-Aluminium-Nitrit-Schicht (PVD) überzogen. 4. „Warum ist die Welle auf der rechten Seite angeschliffen?“ Die taktische Einsatzversion ist zusätzlich mit einem Wellenschliff ausgestattet. Fast 90 Prozent der Erdbevölkerung sind Rechtshänder. Arbeitet man mit dem Messer in der rechten Hand vom Körper weg, setzt der einseitig konische Schliff der Welle wie bei einem Zimmermannsbeitel immer im richtigen Winkel des Schneidguts an. 5. „Lässt sich das Messer sicher bedienen?“ Es gibt viele sichere und patentierte Verriegelungssysteme. Doch zu den bewährtesten Klingenverriegelungssystemen überhaupt gehört der sogenannte Back Lock (oder auch Lock Back genannt). Den meisten Anwendern ohne konkreten Bezug zum Thema Messer ist das Funktionsprinzip sofort bewusst und braucht nicht erst vermittelt zu werden. Als einer von ganz wenigen Herstellern nutzt Pohl Force eine dellenförmige Sicherheitsaussparung an der Verriegelung. Diese minimiert zum einen das Risiko eines unbeabsichtigten Betätigens der Klingenverriegelung und zum anderen dient die Delle gleichzeitig als tastbarer Orientierungspunkt in Low Light Situationen. Selbst mit Handschuhen spürt man die richtige Stelle zum Entriegeln. Die Klinge lässt sich auch unter Stress gefahrlos schließen. Bei richtiger Griffhaltung fällt die Klinge auf eine dafür vorgesehene Sicherheitsaussparung ohne den Zeigefinger zu gefährden. Wie fatal hier eine falsche Messerkonstruktion sein kann, zeigt sich bei vielen auf dem Markt erhältlichen Modellen immer wieder. Eine tiefe Schnittverletzung kann insbesondere beim Zeige-/Abzugsfinger zur Kampf- bzw. Handlungsunfähigkeit führen. 6. „Ist das Messer unabhängig von der Einsatzregion stabil und belastbar?“ Zum Erreichen der geforderten Stabilität wurde das Alpha Two mit zwei Platinen (Linern) aus 2 mm starken Edelstahl ausgerüstet. Um das aus glasfaserverstärktem Zytel® gefertigte Griffzwischenstück strukturell zu verstärken und gleichzeitig die Riffelung vor Stößen zu schützen, wurde die Form der Platinen entsprechend angepasst. Aussparungen in den Platinen halten das Gewicht des Messers in einem erträglichen Rahmen. Zwei Griffachsen mit 11 mm Durchmesser sowie sechs M 2,5 Schrauben aus rostfreiem Stahl sorgen für den spielfreien Sitz aller Teile. Die 4 mm starken Zytel®-Griffschalen bleiben auch bei hohen Temperaturschwankungen formstabil und sind gegen Schläge und Stöße relativ unempfindlich. Der gleichmäßige und spielfreie Lauf der Klinge wird durch zwei Messingunterlegscheiben gewährleistet. 7. „Lässt sich das Messer von Links- wie Rechtshändern tragen?“ Der Hosenclip des Alpha Two lässt sich am Griff in zwei unterschiedlichen Positionen befestigen. Somit kann ganz nach persönlicher Präferenz das Messer im geschlossenen Zustand mit der Klingenspitze nach oben „Tip Up“ von Links- oder Rechtshänder geführt. Das Wechseln des Clips kann ganz ohne Spezialwerkzeug durchgeführt werden. Lediglich eine Münze oder ein normaler Schlitzschraubenzieher werden hierfür benötigt. 8. „Warum hat das Messer zwei Durchgangslöcher in den Griffachsen?“ Hierfür gibt es zwei Gründe: Zum einen lässt sich die zum Lieferumfang gehörende Flexcord-Fangschnur als Handsicherung in Extremsituationen verwenden. Hierzu wird die Schnur durch beide Löcher gezogen und anschließend verknotet. Links wie rechts verläuft am Griff nun eine unter Spannung stehende Sicherung, durch die man lediglich die Hand schieben muss. Ein enormer Vorteil falls man einmal die Hand öffnen muss um sich z.B. beim Klettern zu Sichern. Das Messer bleibt automatisch an der Hand. 9. „Kann man das Messer unter feldmäßigen Einsatzbedingungen Warten bzw. Reparieren?“ Wer schon einmal selbst in einem gut sortierten Baumarkt versucht hat, einen kleinen Torx-Schlüssel für sein Messer zu besorgen, kann sich sicher unschwer vorstellen, wie hoffnungslos ein solches Ansinnen in einem Krisengebiet ist. Daher kam von den H3 Ausbildern sofort die Forderung nach einer Verschraubung, die auch unter den widrigsten Umständen mit den üblicherweise zur Verfügung stehenden Mitteln durchzuführen ist. Seit vielen Jahren schon zählen Multifunktionswerkzeuge zur Grundausstattung vieler Soldaten und Polizisten, womit ein Nachziehen einer losen Schraube kein Problem mehr darstellt. Selbst mit der Klingenspitze eines anderen Messers lassen sich Schlitzschrauben wieder provisorisch festziehen. Die Abkehr von Inbus- oder Torx-Schrauben ist keinesfalls ein Rückschritt, sondern spiegelt vielmehr praktische Erfahrungen aus den Einsatzgebieten dieser Welt wieder. 10. „Könnte man das Alpha Two so konstruieren, dass es auch in Deutschland geführt werden darf?“ Eine Forderung, die sicher nicht auf dem Wunschzettel der militärischen Einsatzprofis stand, sondern die friedliche Nutzung des Alpha Two auch im Outdoor/Extremsporteinsatz möglich machen soll. Seit April 2008 ist das Führen von einhändig zu öffnenden Messern mit Klingenverriegelung in Deutschland stark eingeschränkt worden. Andere europäische Länder besaßen vergleichbare Regelungen bereits. Die Lösung bestand also darin eine optisch attraktive Lösung zu finden, den Klingenheber nach eigenen Wünschen an- oder wieder abzuschrauben ohne die Funktionalität einzuschränken. In Europa wird das Alpha Two standardmäßig ohne montierten Klingenheber ausgeliefert, der als separates Teil dem Messer beiliegt. Somit ist das Messer nur unter Zuhilfenahme beider Hände zu öffnen und entspricht dem neuen deutschen Waffengesetz. Eine M 2 Senkkopfschraube sitzt bündig im Klingenrücken und kann zur Montage des Klingenhebers ganz einfach herausgeschraubt werden. Bei montiertem Klingenheber ist das Alpha Two wieder als vollständig einsetzbares Einhandmesser zu verwenden. |
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